Programmpaket II
220 Jahre Heidelberger Romantik

Wir setzen auf vielfachen Wunsch unsere beliebte Sonderreihe fort und feiern 220 Jahre Heidelberger Romantik – auch mit einem besonderen Märchen-Programm (nicht nur) für Kinder
Heidelberg wurde mit der Romantik zum bis heute viel besungenen Sehnsuchtsort, dass selbst Goethe einst kein Zimmer mehr im Hotel seiner Wahl erhielt. „Heidelberg ist selbst eine prächtige Romantik“, schwärmte Eichendorff, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Ob in Literatur, Musik, Kunst oder Reisepoesie: Romantik in Heidelberg umfasst viele Jahrzehnte spannender Kultur- und Stadtgeschichte. Und diese beginnt vor 220 Jahren mit der Veröffentlichung des ersten Bandes der berühmten Liedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ (vordatiert auf 1806) von Achim von Arnim und Clemens Brentano im Heidelberger Verlag „Mohr und Zimmer“. Die Volksliedsammlung wird viele (nicht nur) romantische Komponisten inspirieren, 1904 dirigiert Gustav Mahler in Heidelberg sogar höchstselbst seine 3. Sinfonie mit Wunderhorn-Motiven.
Vieles aus dieser reichhaltigen romantischen Kultur- und Stadtgeschichte ist selbst Heidelberger Bürgern kaum bekannt: Eichendorff badet nackt im Neckar, Robert Schumann setzt fast die Altstadt in Brand und gibt hier das einzige Klavierkonzert seines Lebens, Jean Paul verschenkt Haare seines Hundes, Richard Wagner fährt mit einer grünen Spinne auf dem Hut durch die Stadt, Victor Hugo möchte das Schloss mit Kanonen beschießen, Brentano treibt die Immobilienpreise in die Höhe, die Günderrode verliert ihr Herz in Heidelberg an einen Professor, dem die Bürger nur eine „zweifelhafte Schönheit“ attestieren, – und in keiner anderen Stadt wurde der Streit zwischen Klassik und Romantik derart leidenschaftlich ausgetragen wie in Heidelberg.
In seiner Sonderreihe macht der Literaturherbst diese reiche Kultur- und Stadtgeschichte und mit ihr etliche unentdeckte, bisweilen äußerst verblüffende oder zutiefst humorvolle Begebenheiten wieder lebendig. Ob Dichter wie Tieck, Eichendorff, Brentano, von Arnim, Jean Paul, Komponisten wie Robert Schumann, Chopin, Carl Maria von Weber, Mendelssohn oder Johannes Brahms, Künstler wie William Turner und die drei bedeutenden Heidelberger Maler Rottmann, Fohr und Fries oder Reiseschriftsteller wie Karl Baedeker: Sie alle haben an Heidelbergs romantischer Stadt- und Kulturgeschichte mannigfach mitgeschrieben.
2026 jährt sich nicht nur die Liedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die wiederum die Brüder Grimm dazu inspirierte, Märchen zu sammeln, sondern es jähren sich auch die Geburts-, Todestage und Besuchstage zahlreicher Dichter:innen, Komponist:innen, Künstler und Reiseschriftsteller, die allesamt mit Heidelbergs Stadtgeschichte verbunden sind, darunter Carl Maria von Weber, Karoline von Günderrode, Joseph Victor von Scheffel, Sophie Mereau (verh. Brentano), Karl Baedeker, Johann Heinrich Voß, Friedrich Rottmann, Joseph Görres.
Ein wunderbares Highlight in unserer Sonderreihe „220 Jahre Heidelberger Romantik“ ist die Wort-Musik-Collage von Matthias Brandt und Jens Thomas „Krankenakte Robert Schumann“ am 1. November 2026 im Karlstorbahnhof.
Die Sonderreihe „220 Jahre Heidelberger Romantik“ findet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg statt.
Programmpaket II
220 Jahre Heidelberger Romantik
3. Oktober 2026


„O Heidelberg, Du wunderschönes Nest“
Ein literarisch-musikalischer Stadtspaziergang
3. Oktober 2026 | 15:00 Uhr
Treffpunkt Kornmarkt (Brunnen) | Eintritt frei, Spenden erbeten
Begrenzung auf 40 Teilnehmer:innen. Anmeldung via E-Mail an info@literaturherbstheidelberg.de
„O Heidelberg, Du wunderschönes Nest“, kaum jemand hat Heidelberg so viel besungen wie Joseph Victor von Scheffel, und kaum einer war in seiner nahezu trunkenen Liebe zur Stadt so ehrlich wie er: „Du trinkst viel, du rauchst viel, du wirst ein Lump am End’, du sollst nicht länger bleiben in Heidelberg Student!“ Nicht umsonst taufte er Heidelbergs Stadtteile gemäß seiner Trinkgewohnheiten, Ziegelhausen beispielsweise hieß bei ihm kurzerhand „Tiefschluckhausen“. Heidelberg zur Zeit der Romantik, das war für viele vor allem eines: Dolce Vita am Neckar. Eichendorff badet nackt im Neckar, Jean Paul preist das Bier und möchte nackt auf einem Pferd reiten, Hegel schwärmt von Heidelberger Knallwürstchen, Brahms von Zwölfeierpfannkuchen, Robert Schumann beseelt sich an Musik, aber auch an Wein, Bier und Champagner und schreibt in sein Tagebuch: „Ich ganz hin – Klavier zerhauen“. Und daneben gibt es noch die vielen anderen kaum bekannten, mithin skurrilen Begebenheiten, die Heidelbergs romantische Kultur- und Stadtgeschichte so besonders machen: Hans Christian Andersen findet erst Schlaf, als er mit einem Seil im Heidelberger Hotelbett liegt, Alexandre Dumas sucht einen Henker und kaum einer weiß, dass die Weimarer Klassik auf dem Heidelberger Markplatz beginnt: mit einer durchwachten Nacht Goethes.
Der literarisch-musikalische Spaziergang durch die Altstadt mit Veronika Haas (Literaturherbst), Matthias Paul (Freier Theaterverein Heidelberg) und Flötistin Almut Werner offenbart meist noch unbekannte, ernste wie amüsante Begebenheiten, festgehalten in Tagebüchern, Briefen und Reiseberichten, die Heidelberg in der Romantik lebendig machen und zeigen, wie untrennbar Stadt und Epoche bis heute miteinander verbunden sind.
4. Oktober 2026


MUSICAL SUNDAY
mit Marcus Imbsweiler & Timo Jouko Herrmann
Carl Maria von Weber: Der Freischütz
Eine romantische Oper in drei Akten
4. Oktober 2026 | 11:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 11,90 € | ermäßigt 9,90 € | DAI-Mitglieder 6,90 €
Anlässlich des Weber-Jubiläums 2026 werfen Marcus Imbsweiler und Timo Jouko Herrmann einen Blick auf dessen Oper Der Freischütz op. 77. Mit Volkstümlichkeit und Schauerromantik traf Weber den Nerv seiner Zeit und erlangte einen Sensationserfolg. Inspiration fand er im Stift Neuburg bei Heidelberg: In der Bibliothek des Stiftherrn entdeckte er das „Gespensterbuch“ von August Apel und Friedrich August Schulze: eine Sammlung von Gruselgeschichten, darunter die Sage vom Freischütz. Und mehr noch: Sein Besuch im Stift Neuburg mag ihn auch ins nahegelegene Zwingenberg und in die Wolfschlucht geführt haben. Rund zehn Jahre später machte sich Weber an die Vertonung des Stoffs. Doch zwischen Wolfsschlucht und Schützenfest steckt noch so viel mehr in diesem wegweisenden Werk, das sich seit seiner Uraufführung im Repertoire der Opernhäuser gehalten hat.
Zwei Enthusiasten der Musik tauchen mit dem Publikum tief und zugleich schwungvoll in die Werke ein: Marcus Imbsweiler veröffentlicht Romane, auch Erzählungen über Komponisten. Dr. Timo Jouko Herrmann ist Komponist, Violinist und Gastdirigent der Heidelberger Sinfoniker.
Foto © Sarina Chamatova
Eine Kooperation von

4. Oktober 2026

Märchen. Für Groß & Klein – empfohlen ab 5 Jahren
DAS ESELEIN
Erzähltheater
Von den Brüdern Grimm aufgeschrieben, nach einer verlorenen Handschrift aus dem Mittelalter
Endlich ausführlicher erzählt von und mit Florian Kaiser
4. Oktober 2026 | 15:00 Uhr
Romanischer Keller | Seminarstraße 3
EINTRITT FREI, Spenden erbeten
und mit „echten Eselshaaren“ (Zuckerwatte) für Groß und Klein
Wenn wir in den Spiegel schauen, dann staunen wir oft darüber, wie wir von außen aussehen. So geht es auch einem Königskind. Doch was es im Spiegel sieht, ist doch außerordentlich erstaunlich: Graues Fell und lange Ohren. Und auch die Eltern schauen es so komisch an! Zum aus der Haut fahren! Doch bevor es so weit kommt, können wir staunen, was alles in ihm steckt.
Ein Märchen darüber, wie wir damit zurechtkommen, anders zu sein, als wir wollen. Erzählt von einem, der sich hinreißen lässt und hin und wieder abschweift.
Spieldauer: ca. 45 min, keine Pause
Autor: Brüder Grimm, Florian Kaiser
Regie: Florian Kaiser
Kostüm: Florian Kaiser
Es spielt: Florian Kaiser
Motiv: Theater Carnivore®
Fotos: [str] fotografie
24. Oktober 2026

Komödie. Für Erwachsene
ROMEO UND JULIA
Kartoffeltheater
Ein Kartoffelspaß mit dem großen Klassiker der dramatischen Literatur über die Liebe unter Verwendung des Textes von Shakespeare in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und um fehlende Stellen ergänzt von Florian Kaiser
24. Oktober 2026 | 20:00 Uhr
Weingut Ihle, Höfe am Sträßel 3, Rauenberg
VVK 19,00 € | ermäßigt 14,00 €
Tickets im VVK erhalten Sie hier
Wir spielen aufreibendes Theater, nicht nur für die Kartoffeln, die nun der Erde entrissen nur noch eine Bestimmung haben: die Bühne! Doch nicht alle werden die Tischplatte, die die Welt bedeutet, betreten: Zu viele teilen sich das Schicksal im Dreipfundnetz und warten auf das alles entscheidende Vorsprechen, die Audition, das Casting! Dieses werden wir vor jeder Vorstellung durchführen und den Jugendlichen Liebhaber und die Junge Naive in wechselnder Besetzung zeigen, so wie sie das jeweilige Publikum auswählt. Um uns dann zu fragen: Was ist Liebe? – Neigung? Schicksal? Ist sie nicht das, was wir im Gegenüber sehen? Wer gibt uns mehr Freifläche für Liebe als Kartoffeln? Was sollte tiefgründiger sein als die Liebe zweier Kartoffeln, wenn sie aus dem Erdreich überirdisch zutage tritt? Aber wehe, wenn die Kartoffeln zum Leben erwachen und ihren eigenen Willen entwickeln! Wird der Kartoffeldompteur sie bändigen können? Werden sie sich in sein Spiel fügen? Und was, wenn er sich verliebt? Hat so eine Liebe eine Zukunft?
Autor: William Shakespeare, Florian Kaiser
Motiv: Mehrdad Zaeri
Fotos: [str] fotografie
1. November 2026

Matthias Brandt & Jens Thomas
KRANKENAKTE ROBERT SCHUMANN
Eine Wort-Musik-Collage
Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturherbst-Sonderreihe
„220 JAHRE HEIDELBERGER ROMANTIK“
1. November 2026 | 20:00 Uhr
Karlstorbahnhof (Saal) | Marlene-Dietrich-Platz 3
Der Ticketverkauf beginnt in Kürze
In ihrem neuen Projekt widmen sich Matthias Brandt und Jens Thomas dem Schaffen und der komplexen Persönlichkeit Robert Schumanns. Wie bei kaum einem anderen Komponisten verbindet sich bei ihm Künstlerisches mit Biographischem. Seine psychische Instabilität, die immer wiederkehrenden depressiven Schübe und Zustände „völliger nervöser Erschöpfung“, die fixe Idee, wahnsinnig zu werden – all dies spiegelt sich zweifellos bei Schumann wider. Matthias Brandt und Jens Thomas, die in den letzten Jahren u.a. mit den Programmen „Psycho – Fantasie über das kalte Entsetzen“ und „Life – Raumpatrouille & Memory Boy“ bemerkenswerte Erfolge feierten, inszenieren dieses Phänomen in einer individuell ausgestalteten Collage aus Wort und improvisierter Musik. Nichts scheint an diesen Abenden festgelegt oder routiniert einstudiert zu sein. Während Brandt die Nerven der Zuschauer vibrieren lässt, improvisiert Thomas passend am Klavier – ein faszinierendes Spiel aus Text und Klang, das mit den seelischen Abgründen der Charaktere jongliert.
Foto © Steven Haberland
Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg, Karlstorbahnhof Heidelberg und dem Kulturamt der Stadt Heidelberg

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6. Dezember 2026


MUSICAL SUNDAY
mit Marcus Imbsweiler & Timo Jouko Herrmann
Franz Schubert: Die Winterreise D911
6. Dezember 2026 | 11:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 11,90 € | ermäßigt 9,90 € | DAI-Mitglieder 6,90 €
Mit der Winterreise schuf Franz Schubert nicht nur eines der bedeutendsten Musikwerke der Romantik, der Zyklus bildet zugleich einen epochalen Wendepunkt in der Gattung des Kunstliedes. Während Schubert 1827 in Wien die Vertonung von Wilhelm Müllers Gedichtzyklus Die Winterreise vollendet, verbringt der Dichter in Heidelberg letzte schöne Tage vor seinem Tod. In Wort und Ton gibt die Winterreise das genuin romantische Lebensgefühl der Fremdheit und Sehnsucht, den schmerzlichen Kontrast von Traum und Wirklichkeit wieder. Der Ich-Erzähler, ein namenloser Wanderer, verzweifelt nicht nur an der Realität, sondern findet auch in der Natur keinen Zuspruch mehr. Eine extreme Form der Desillusionierung, die sich aus den gesellschaftlichen Erfahrungen der Restaurationsepoche speist, – und das gilt für den Komponisten ebenso wie für den oft unterschätzten Textdichter Wilhelm Müller. Schon die ersten Aufführungen dieses „Zyklus schauerlicher Lieder“ (Schubert) hinterließen einen nachhaltigen Eindruck, und daran hat sich bis heute wenig geändert. Mit Blick auf die Entfremdungstendenzen der Gegenwart könnte man sogar sagen: Die Winterreise ist das Werk der Stunde.
Zwei Enthusiasten der Musik tauchen mit dem Publikum tief und zugleich schwungvoll in die Werke ein: Marcus Imbsweiler veröffentlicht Romane, auch Erzählungen über Komponisten. Dr. Timo Jouko Herrmann ist Komponist, Violinist und Gastdirigent der Heidelberger Sinfoniker.
Foto © Sarina Chamatova
Eine Kooperation von

12. Dezember 2026

Carl Rottmann: Blick auf das Heidelberger Schloss und die Rheinebene, um 1820/22, Kurpfälzisches Museum Heidelberg, Foto: Knut Gattner
Von Aufbruch und Nostalgie: Ein Spaziergang durch die Malerei der Romantik im Kurpfälzischen Museum
mit Dr. Julia Carrasco
Sammlungsleiterin Gemälde und Grafik
12. Dezember 2026 | 15:00 Uhr
Kurpfälzisches Museum Heidelberg | Hauptstraße 97
Preis: 6,00 € | Bitte um Voranmeldung via E-Mail an info@literaturherbstheidelberg.de
Das Kurpfälzische Museum beherbergt eine herausragende Sammlung zur Heidelberger Romantik mit bedeutenden Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden u.a. von Carl Rottmann, Carl Philipp Fohr und Ernst Fries, die als „Dreigestirn romantischer Malerei in Heidelberg“ gelten. Inbegriff der Heidelberger Romantik ist die pittoresk über dem Neckartal gelegenen Schlossruine, die nicht nur für die Maler – bis hin zu William Turner –, sondern auch für die Dichter und Musiker der Romantik das genuin romantische Lebensgefühl versinnbildlicht: die Spannung zwischen Nostalgie und Aufbruch, Endlichkeit und Zeitlosigkeit, Licht und Schatten, Traum und Wirklichkeit, Tag und Nacht. So avancierten Licht und Farbe, das Ineinander von Gegenständlichkeit und Abstraktheit zu den zentralen Themen der romantischen Malerei, die sich bewusst von der Aufklärung und der Strenge des Klassizismus abwandte.
Auch das Gebäude des Kurpfälzischen Museums ist aufs Engste mit der romantischen Kultur- und Stadtgeschichte verbunden: Legendär ist der Besuch Frédéric Chopins. Zum Dank für eine gelungene Handoperation spielte er für den hier niedergelassenen Chirurgen 1835 ein Konzert im Großen Salon, und nicht zuletzt beherbergt das Museum eine nahezu sagenumwobene Haarlocke des Dichters Jean Paul.
Im Rahmen der Literaturherbst-Sonderreihe lädt Sie Dr. Julia Carrasco zu einem Spaziergang durch die Malerei der Romantik im Kurpfälzischen Museum ein.
Eine Kooperation von
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12. Dezember 2026

Märchen. Für Groß & Klein – empfohlen ab 5 Jahren
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
Erzähltheater
Unfrei nach dem Text der Brüder Grimm
Von und mit Florian Kaiser
12. Dezember 2026 | 16:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse
Kinder 6,00 € | Erwachsene 8,00 € | DAI-Mitglieder 6,90 €
Kinderpreis gültig für Kinder von 5 bis 17 Jahren, 0 bis 4 Jahre frei
Das Glückskind ist ein Findelkind. Kaum ist es geboren, versucht der König zum ersten Mal, es umzubringen. So ist das als Glückskind. Aber weil es eben ein Glückskind ist, so gibt es beim zweiten Versuch des Königs eine Hochzeit statt einer Beerdigung. Wer jetzt denkt, damit ist das Märchen zu Ende, irrt. Hier geht es erst richtig los. Der König schickt das Glückskind in die Hölle, um ihm drei goldene Haare vom Kopf des Teufels zu holen. Was sollen wir bloß von solch einem König halten. Natürlich geht alles gut aus. Außer für den König vielleicht. Und beim Teufel wird es natürlich höllisch spannend.
Ein Märchen über Mut, Hilfsbereitschaft und die schlimmen Folgen der Habsucht. Erzählt von einem, der sich hinreißen lässt und hin und wieder abschweift.
Spieldauer: ca. 45 min, keine Pause
Autor: Brüder Grimm, Florian Kaiser
Regie: Florian Kaiser
Fotos: [str] fotografie
18. Dezember 2026



WINTER-WEIHNACHTSSPECIAL
mit Begrüßungsgetränk und süßem Weihnachtsgruß
„Die Welt muss romantisiert werden“
Romantische Lebenskunstlehre zwischen Weihnachtsbraten und Sommer-Punsch, Zankäpfeln und Obst-Diät, Sehnsuchtsort und Klatschnest
Ein literarisch-musikalischer Romantik-Abend mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Brigitte Becker (Klavier) und Barbara R. Grabowski (Gesang)
18. Dezember 2026 | 20:00 Uhr
Gloria-Kino | Hauptstraße 146
Der Ticketverkauf beginnt in Kürze
„Die Welt muss romantisiert werden“, bringt Novalis die romantische Lebenskunstlehre auf eine einfache Formel: Denn wer das Gewöhnliche, das Alltägliche nur ein wenig romantisiert, verzaubert, der kann sie halten: die schöne Vorstellung vom kleinen oder auch vom großen Lebensglück. Kaum eine andere Stadt wurde – sommers wie winters – derart romantisiert wie Heidelberg: „Man kann hier bei Eis und Schnee nur an den Zuckerbäcker denken“, schwärmt Brentano, „wie dieses Land auch im Winter gesegnet ist“. Mit der Romantik wurde Heidelberg zum bis heute gefeierten und viel besuchten Sehnsuchtsort, dass sich Wilhelm Müller, der Dichter von Schuberts Winterreise, im ausgebuchten Hotel nur mit einer dunklen Dachkammer zu begnügen hatte. „Man müsste hier leben!“, ruft Victor Hugo begeistert, Eichendorff kürt die Stadt zur Heile-Welt-Oase, „als gäbe es nichts Gemeines auf der Welt“. Die einen schwärmen von Heidelberg, andere beklagen die hohen Preise, schon Lessing verprasste verzweifelt Geld beim Lottospiel. Für Helmina von Chézy ist Heidelberg „ein Zugnest und ein Klatschnest“. In den Restaurants werfen sich Romantiker und Romantik-Gegner gegenseitig grimmige Blicke zu, denn in keiner anderen Stadt wurde der Streit zwischen Klassik und Romantik derart leidenschaftlich ausgefochten wie in Heidelberg. Auch die Anreise oder die Fahrt mit Kutsche und Schlitten durch die Stadt waren oft gefährlich, weshalb Knigge in Heidelberg einen Elchtest für Kutschen erfindet. Im Schlitten wärmt sich Robert Schumann mit reichlich Rum, der ihn zudem darüber hinwegtröstet, dass es für ihn an Weihnachten in Heidelberg nur Stockfisch gab; Goethe beklagt die Missgeschicke, die einem widerfahren können: „Ich hab mir bey der Schlittenfahrt mit der Peitsche höllisch übers Aug gehaun“.
In ihrer Kunst und Weltanschauung verklären die Romantiker alle Widrigkeiten, auch jene, die sich in der Liebe, Ehe, Kindererziehung oder bei Familien- und Weihnachtsfesten einstellen können. Tagebücher, Reisenotizen und Briefe verraten indes, dass selbst die Romantiker oftmals ihre liebe Not mit der Romantisierung ihrer Welt hatten. Ein besonderes Live-Hörspiel, das Heidelberg zur Zeit der Romantik sommers wie winters lebendig macht, mit vielen unbekannten, ernsten wie humorigen Vorfällen und mit Kompositionen u.a. von Bettina von Arnim, Robert und Clara Schumann.

220 Jahre Heidelberger Romantik – 220 Jahre literarische Geschichte des Gloria-Kinos
An welchem Ort ließen sich 220 Jahre Heidelberger Romantik glänzender feiern als dort, wo sie ihre Geburtsstunde hat: im heutigen Gloria-Kino, in dem sich Anfang des 19. Jahrhunderts der Verlag „Mohr und Zimmer“ befand. Hier erschien nicht nur Brentanos und Arnims berühmte Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die bis heute weltweit Komponisten inspiriert, hier veröffentlichten zahlreiche Romantiker ihre Schriften. Im gleichen Gebäudekomplex waren eine Buchhandlung, ein literarischer Mittagstisch und eine nahezu legendäre Lesegesellschaft angegliedert, bei welcher Romantiker wie Arnim, Brentano und Görres selbst mit ihren „Erzfeinden“, den Anhängern der Klassik, freundschaftlich „Topfschlagen“ spielten. 1817 geht Karl Baedeker, dessen Name heute längst eine Weltmarke ist, bei Mohr in die Lehre, und auch der „badische Baedeker“, wie der Heidelberger Professor und Reiseschriftsteller Aloys Schreiber genannt wird, ist in der Hauptstraße 146 häufig Gast.
Eine Kooperation von
