Programmpaket I
Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH


„Was für ein Meisterwerk ist der Mensch!“, lässt William Shakespeare in „Hamlet“ staunen. Doch was genau ist dieses Meisterwerk? Ein vernunftbegabtes Wesen, das seine Welt gestaltet und verändert? Ein soziales Wesen, das auf andere angewiesen ist? Ein fragiles, widersprüchliches Geschöpf, das nach Sinn sucht und zugleich mit seiner eigenen Endlichkeit leben muss?
Der Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH widmet sich einer der ältesten und zugleich aktuellsten Fragen überhaupt: Was ist der Mensch und was macht unsere Menschlichkeit aus? Zwischen Freiheit und Verantwortung, Individualität und Gemeinschaft, Verletzlichkeit und Stärke, Endlichkeit und dem Wunsch nach Transzendenz eröffnet der 12. Literaturherbst ein Feld, in dem sich Literatur, Film, Musik, Theater und gesellschaftliche Diskurse vielfältig begegnen.
Wir werden zu dem, was wir sind, durch unsere Erfahrungen, unsere Beziehungen, unsere Entscheidungen und durch die Geschichten, die wir über uns selbst erzählen. Menschlichkeit zeigt sich vor allem in Empathie und Mitgefühl, in Solidarität und Respekt, in der Fähigkeit zuzuhören und Verschiedenheit auszuhalten. Menschlichkeit bedeutet, die Würde des anderen anzuerkennen – gerade dort, wo wir uns nicht ähnlich sind.
Der Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH fragt deshalb auch nach dem Zustand unserer Gesellschaft. Wie wollen wir miteinander leben? Was schulden wir einander? Wo beginnt Verantwortung – für den Einzelnen, für die Gemeinschaft, für kommende Generationen? Und: Was zählt ein Mensch? Diesen Fragen gilt es nachzuspüren – neugierig, kritisch, berührbar und offen für Widerspruch.

Programmpaket I
Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH

18. September 2026

Foto Isabel Schayani © Annika Fusswinkel | Foto Srdjan Govedarica © privat

FESTIVALERÖFFNUNG
Isabel Schayani
„Unwahrscheinliche Freundschaften“
und ARD-Journalist Srdjan Govedarica als Zitator
LESUNG & GESPRÄCH

18. September 2026 | 20:00 Uhr
Alte Aula der Universität | Grabengasse 1
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 22,38 € | ermäßigt 18,23 € | Teilhabeticket 10,77 €

Festivaleröffnung und Auftakt zum Themenschwerpunkt #MENSCH: Die preisgekrönte Journalistin und Autorin Isabel Schayani vermag es sowohl in ihren Berichterstattungen als auch in ihren Büchern immer wieder, auf ihre einzigartig kluge und empathische Weise Brücken zu bauen. In ihrem neuen Buch „Unwahrscheinliche Freundschaften. Sechs Geschichten gegen den Hass“ versammelt sie sechs bewegende Geschichten, in denen spürbar wird, was in unserer gesellschaftspolitischen Gegenwart kostbarer denn je ist: Menschlichkeit. Unzählige Beziehungen zerbrechen, weil Freunde unvermittelt und unerwartet verfeindeten Lagern angehören. In der Ukraine berichten etwa siebzig Prozent der Bevölkerung von dieser Erfahrung. Oft können traumatische Verluste von geliebten Menschen den Hass verstärken. Isabel Schayani zeigt mit ihren authentischen Geschichten, wie sich trotzdem die Gräben überwinden lassen. Ein Palästinenser verliert seine Frau durch den Mordanschlag eines radikalen Siedlers. Kurz darauf lernt er eine Israelin kennen. Doch am 7. Oktober 2023 bricht über sie ein Schicksal herein, das dem des Freundes ähnlicher ist, als sie jemals hätte ahnen können. Die Ukrainerin Anna flieht aus dem russisch besetzten Donbas. Der Austausch mit ihrer Mutter Lilja, die bleibt, gilt plötzlich als Feindkontakt. In den USA halten sechs Freunde eng zusammen, obwohl sie gegensätzlichen politischen Lagern angehören. Diese und andere Geschichten zeigen, dass sich kaum jemand der Feindschaft zwischen Staaten, Völkern, Religionen oder politischen Lagern entziehen kann, erst recht nicht, wenn persönliche Verluste ins Spiel kommen. Isabel Schayanis zu Herzen gehendes Buch macht Mut, mit Großherzigkeit und Demut, Realismus und gemeinsamen Visionen, mit Liebe und Humor auch unwahrscheinliche Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen. Es macht Mut in einer Welt, in der das Freund-Feind-Denken auch bei uns rasant an Boden gewinnt.
Wir freuen uns, neben Isabel Schayani den ARD-Journalisten Srdjan Govedarica als Zitator begrüßen zu dürfen.


Die Festivaleröffnung wird von einem literarisch-musikalischen Programm umrahmt. Pianistin: Brigitte Becker


Isabel Schayani arbeitet als Fernseh- und Onlinejournalistin für den WDR und moderiert den ARD Weltspiegel aus Köln. Für ihre Berichte und Reportagen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit drei Grimme-Preisen sowie dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Sonderpreis. Sie ist Gründerin des Online-Programms „WDRforyou“ für und über Menschen, die neu in Deutschland sind. Bei C.H.Beck erschien von ihr bereits „Nach Deutschland. Fünf Menschen. Fünf Wege. Ein Ziel“, das sie beim Literaturherbst 2023 vorstellte.

20. September 2026

Foto © Maria Ródenas

Pol Guasch
„Auf den Händen brennt
das Paradies“

Lesung & Gespräch

20. September 2026 | 17:00 Uhr
KLUB im Karlstorbahnhof | Marlene-Dietrich-Platz 3
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 8,02 € | VVK erm. 5,90 € | AK 10,00 € | AK erm. 8,00 €
Gespräch auf Englisch, Lesung auf Deutsch

Der gefeierte katalanische, queere Jung-Autor Pol Guasch zu Gast in Heidelberg – mit seinem Roman über Freundschaft, Erinnerung, Sehnsucht und Hoffnung in einer Welt, die im Feuer steht.
Auf einer Party lernen sich Rita und Líton kennen. Sie, die in der Siedlung aufwächst, die auf einem Berggipfel liegt und wo die Männer in einer Mine die Rohstoffe aus der Erde ziehen, und er, der im Tal in der Stadt groß wird, schließen Freundschaft. Eine Freundschaft, die in einer Welt, die vor dem Untergang steht, ein Fantasieuniversum ausbildet, in dem die beiden von einer bewohnbaren Welt träumen. Von der Siedlung aus sieht man die im Tal wütenden Waldbrände, ein tödlicher Virus grassiert zwischen Männern, die sich lieben und mit dem sich auch Líton infiziert. Eine Hölle auf Erden – der sich das Paradies der Freundschaft entgegenstellt.
Pol Guasch entwirft in seinem neuen Roman eine dystopische Welt, in der sich zwei junge Menschen finden und Freundschaft schließen, gemeinsam sich emanzipieren und die Lebensfreude junger Menschen erleben. Aus unterschiedlichen Perspektiven heraus und hochpoetisch erzählt, entwickelt der Roman das Bild einer Freundschaft, das Sicherheitsnetz sein kann unter dem Drahtseil, das unser Leben ist.
Moderation: Marcel Kückelhaus (CAPAS)


Pol Guasch, 1997 in Tarragona geboren, studierte Literatur- und Kulturwissenschaften an den Universitäten in Barcelona und London. Nach zwei Lyrikbänden veröffentlichte er 2021 seinen Debütroman »Napalm al cor«, für den er im gleichen Jahr als bisher jüngster Preisträger den Anagrama Award für den besten Roman des Jahres erhielt. Weitere Auszeichnungen folgten, und der Roman wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien er 2024 im Wallstein Verlag (»Napalm im Herzen«), im August 2026 erschien sein zweiter Roman auf Deutsch „Auf den Händen brennt das Paradies“.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg, Queer Festival, Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS)
und dem Kulturamt der Stadt Heidelberg

22. September 2026

Foto © Max Motel

Proschat Madani
„Leben spielen“

Lesung & Gespräch

22. September 2026 | 20:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 19,90 € | erm. 15,90 €

„Es fordert sehr viel Mut, dort zu sein, wo man ohnehin immer ist – im Hier und Jetzt“, sagt Proschat Madani. Es hat Jahre gebraucht, bis Proschat Madani den Satz „Ich bin Schauspielerin“ über die Lippen brachte. In ihrem Buch „Leben spielen“ beleuchtet sie persönlich, tiefgründig und auch humorvoll die Klischees, die mit ihrem Beruf verbunden sind – von Egomanie, über die Gier nach Applaus, bis hin zum unstillbaren Bedürfnis, im Mittelpunkt zu stehen. Aber Madani schreibt auch über die Weisheit, die sich in ihrem Beruf verbirgt. Im Spiel lernt man sich nämlich selbst kennen. Man ist ehrlicher und verwundbarer, als es im Alltag, im Leben jemals möglich wäre. Proschat Madanis Geschichten drehen sich ums Anderssein, Loslassen, Selbstvertrauen, Empathie, Authentizität, Glaubenssätze– aber auch um noch profundere Themen wie Verlust, Krankheit und Tod. Ihre Geschichten sind stets vielschichtig, klug und oft zutiefst humorvoll. „Leben spielen“ ist ein Plädoyer für die Kunst des Spielens. Im Spielen lernt man leben. Nicht nur auf der Bühne, vor der Kamera – sondern vor allem im Alltag, in unserer gemeinsamen Realität.


Die vielseitige Schauspielerin Proschat Madani ist als jüngste von vier Kindern im Iran geboren und in Wien aufgewachsen. Große Bekanntheit erlangte sie durch ihre Rollen in „Der letzte Bulle“ und „Vorstadtweiber“, zuletzt begeisterte sie im Kinofilm „What a feeling“ an der Seite von Caroline Peters. Neben der Schauspielerei schreibt Madani: – mit scharfer Beobachtungsgabe und klarem politischen Standpunkt.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg, DAI Heidelberg und Theatertage Heidelberg (Freier Theaterverein Heidelberg e.V.)

25. September 2026

Foto © privat

Luigi Toscano
»Kanakenkind. Mit der Kamera durch Licht, Dunkelheit
und Hoffnung. Vom Einwandererkind zum Fotografen der Holocaustüberlebenden
«
Lesung & Gespräch

25. September 2026 | 20:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 15,90 € | erm. 12,90 €

Luigi Toscano, der als »Kanakenkind« beschimpfte Sohn sizilianischer Einwanderer, findet durch die Hinwendung zur Fotografie sein Ventil, weg von Gewalt und Vernachlässigung in der Kindheit, weg von dem Drogensumpf und der Straße. Von der UNESCO zum Artist for Peace ernannt, kämpft Toscano gegen das Vergessen, den wachsenden Hass, die grassierende Gefühllosigkeit. Seine eindringlichen Porträts von mehr als 600 Opfern von Krieg und Grausamkeit sind weltweit zu sehen, in deutschen Bahnhöfen, in Babyn Jar, in Paris und New York. Sie sind Mahnung und Erinnerung: nie wieder.
Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Strishkowa aus Kiew, Herzstück seiner Ausstellungen. Anna, blond und blauäugig, wurde 1943 als Kleinkind von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert. Ihr Leben lang war sie auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Familie. Mit »Kanakenkind« beginnt Luigi Toscano eine Reise durch Zeiten und Räume, um Anna Strishkowa Identität zu erforschen.


Luigi Toscano, geboren 1972 in Mainz, lebt heute in Mannheim. Nach dem Hauptschulabschluss übte er Tätigkeiten als Dachdecker, Türsteher und Fensterputzer aus und schlug dann eine künstlerische Laufbahn ein. Als Fotograf ist er Autodidakt, dabei steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Arbeit. Mit seinem Projekt „Gegen das Vergessen“, bei dem er mehr als 600 Holocaust-Überlebende persönlich getroffen, porträtiert und die Bilder an öffentlichen Orten ausgestellt hat, erregte er weltweite Aufmerksamkeit. Seit 2006 ist Luigi Toscano auch als Filmemacher tätig. Als erster Fotograf überhaupt wurde er 2021 von der UNESCO zum „Artist for peace“ ernannt.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg, DAI Heidelberg und Dokumentations- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma

28. September 2026

Henri Hirt
„Schreiben ist ein gutes Gefühl.
Gedichte, Gedanken, Geschichten“
BUCHPREMIERE

28. September 2026 | 18:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
Tickets erhalten Sie im VVK und an der Abendkasse (Aufpreis)
VVK 6,90 € | erm. 4,90 €


Henri Hirts Blick auf die Welt berührt und inspiriert, stimmt nachdenklich und macht zugleich eine wunderbare Leichtigkeit des Seins fühlbar. Bereits sein erster Gedichtband „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ hat deutschlandweit Beachtung gefunden und wurde u.a. im ARD-Magazin „titel thesen temperamete“ vorgestellt. Beim 12. Literaturherbst feiert Henri Hirt die Buchpremiere seines zweiten Buchs „Schreiben ist ein gutes Gefühl“. Der junge Schriftsteller liest aus seinen Gedichten, Gedanken und Geschichten, die mit Herz und immer wieder auch mit Humor alle Facetten des Lebens und des genuin Menschlichen in den Blick nehmen. „Schreiben“, sagt Henri Hirt, „ist ein gutes Gefühl“, und das wird bei Lesung und Gespräch für jeden greifbar.

Moderation: Kirsten Ehrhardt
Zitator: Matthias Paul, Freier Theaterverein Heidelberg e.V.
Foto © Annette Trube

Bereits während seiner Schulzeit wusste Henri Hirt, geboren 2003 in Köln, dass er Schriftsteller wird. Inzwischen hat er mit seinen Werken Preise gewonnen, einen ersten Gedichtband „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ veröffentlicht und legt nun mit „Schreiben ist ein gutes Gefühl“ (erschienen im Heidelberger Draupadi-Verlag) neue Gedichte, Gedanken und Geschichten vor. Seit 2005 lebt er mit seiner Familie in Walldorf bei Heidelberg.

Eine Kooperation von

3. Oktober 2026

ENJOY JAZZ 2026
Emilia Roig
„Lieber Sohn oder So rettest
du die Welt

Briefe an die kommenden Generationen

3. Oktober 2026 | 17:00 Uhr
Karlstorbahnhof | Marlene-Dietrich-Platz 3
VVK 21,90 € | Abendkasse: 25,00 €
Tickets im VVK erhalten Sie hier

Eine Kapitalismuskritik eingepackt in ein wunderbares Plädoyer für Fürsorge: Wenn wir als Spezies eine Zukunft haben wollen, müssen wir lernen, radikal fürsorglich zu sein.In Emilia Roig’s »Lieber Sohn oder So rettest du die Welt« entwirft die Autorin in einem Brief an ihren Sohn eine kühne neue Ethik des Seins in Krisenzeiten.
Trumps menschenverachtender Turbokapitalismus und die faschistischen Politiken von AfD, Le Pen, Meloni zielen darauf ab, dass wir uns gegenseitig ausbeuten und unterdrücken. Aber was können wir dagegen tun? In einem Brief an ihren Sohn entwirft Emilia Roig eine kühne neue Ethik des Seins in Krisenzeiten. Sie plädiert dafür, in die Mitte unseres Selbstverständnisses und Wertesystems eine radikale Fürsorge zu rücken – physisch, intellektuell, spirituell und emotional. Es braucht keine Helden, um die Welt zu retten. Es braucht eine Umwertung unserer Werte.

Emilia Roig, 1983 geboren, ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Autorin der Bestseller »Why We Matter« und »Das Ende der Ehe«. 2020 war sie Mitglied der Jury zum Sachbuch des Jahres. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet.
Foto © Maria Rapela

Präsentiert von ENJOY JAZZ

in Kooperation mit

8. Oktober 2026

LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER
Nach dem gleichnamigen Bestseller von Daniela Dröscher
Filmvorführung & Buchverlosung

8. Oktober 2026 | 18:30 Uhr
Gloria-Kino | Hauptstraße 146
Der Ticketverkauf startet in Kürze

LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER ist ein kraftvolles Plädoyer für weibliches Empowerment, ein zutiefst berührender und menschlicher Film und erzählt von der ersten großen Liebe unseres Lebens: der Liebe zwischen Mutter und Kind. Angesiedelt in der westdeutschen Provinz der 1980er Jahre, in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter Cornelia (Rosalie Thomass). Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann Werner (Golo Euler), der immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Cornelia ist dem ausgesetzt, Tag für Tag, während Tochter Ela (Elise Lindner) zwischen den Stühlen steht und zunehmend vom Vater infiltriert wird über die in seinen Augen unzumutbar dicke Mutter. Doch was ist die Wahrheit und wer belügt hier eigentlich wen?
Regisseur Aron Lehmann (WAS MAN VON HIER AUS SEHEN KANN) inszeniert auf Grundlage des Drehbuchs von Rosalie Thomass (JAGDSAISON, WÄLDERN) mit viel Einfühlungsvermögen und visueller Kraft eine lebensbejahende Geschichte. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Daniela Dröscher.

Eine Kooperation von GLORIA-Filmkunsttheater und Literaturherbst Heidelberg.


Unter den Kino-Gästen verlosen wir zwei Exemplare von Daniela Dröschers Roman.

9. Oktober 2026

FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS
Sondervorführung
mit Regisseurin und Drehbuchautorin
DORIS DÖRRIE


9. Oktober 2026
Gloria-Kino | Hauptstraße 146
Der Ticketverkauf startet in Kürze

Eine bittersüße, zutiefst berührende Tragikomödie über Fürsorge, Verlust, und menschliche Widerstandskraft in einer zunehmend technisierten Welt: Einmal mehr widmet sich Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie brennenden Themen unserer Gegenwart und knüpft damit an die emotionale Tiefe ihrer Meisterwerke wie KIRSCHBLÜTEN – HANAMI und GRÜSSE AUS FUKUSHIMA an.
Im Jahr 2030 ist der ehemaligen Schauspielerin Frau Winkler (Angela Winkler) nichts mehr geblieben als ihre Tochter Emi (Laura Tonke) und Enkelin Billie (Zoë Baier). Ihr geliebter Ehemann und Bühnenpartner ist viel zu früh verstorben; aus ihrer Trauer hat Frau Winkler nie ganz herausgefunden und sich immer ganz auf Emi verlassen. Als diese, ebenfalls Schauspielerin, ein Theaterengagement annimmt und endlich ihr eigenes Leben in die Hand nehmen will, ist ihre Mutter nach einem Unfall plötzlich auf intensive Hilfe angewiesen, und es muss schnell eine Lösung her: ein Pflegeroboter, den die Krankenkasse stellt. Frau Winkler fühlt sich gedemütigt und wehrt sich vehement gegen die maschinelle Zuwendung. Doch dann entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft zwischen der 80-Jährigen und dem äußerst „belesenen“ Roboter, den sie Pawlowitsch nennt und der zu ihrer Verzückung wunderbar Tschechow rezitieren kann. Aber Pawlowitsch ist nicht nur eine interessante neue Gesellschaft für Frau Winkler, er übermittelt auch ihre sich stetig verschlechternden Vitalwerte an ein auf Effizienz bedachtes Gesundheitssystem, – und soll sie umbringen, wenn es ihr noch schlechter geht…

Foto © Mathias Bothor


Sehen Sie hier den Trailer.
Filmstart ist am 1. Oktober 2026.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg und GLORIA-Filmkunsttheater

11. Oktober 2026

„Du Mensch!“
Ein heiteres literarisch-musikalisches LIVE-Hörspiel zum Festivalthemenschwerpunkt #MENSCH
mit Veronika Haas, Matthias Paul, Jutta Wagner, Tina Kuka (Gesang), Oliver Kuka (Gitarre)

11. Oktober 2026 | 11:00 Uhr
Kamera-Kino | Brückenstraße 26
Der Ticketverkauf startet in Kürze

„Du Mensch! Pfui, du bist kein Hund. Pfui, schäme dich!“, soll Schopenhauer ausgerufen haben, wenn er seinen Pudel Butz aufs Allerschärfste tadeln wollte. Schopenhauer, der Misanthrop, umgab sich lieber mit Hunden als mit Menschen, Patricia Highsmith zog die Gesellschaft von Schnecken vor, nahm manche von ihnen – versteckt in einer Handtasche – sogar auf eine Cocktailparty mit, Gérard de Nerval liebte es, mit einem Hummer durch Paris zu spazieren, Jean Paul züchtete hingebungsvoll Fliegen. Es sind jene skurrilen Eigenheiten, die Irrungen, Wirrungen und Kuriositäten, das Komische und das Tragische, die das genuin Menschliche in all seiner Liebenswürdigkeit und Fehlbarkeit ausmachen, – auch bei berühmten Dichtern, Denkern, Komponisten und Künstlern. Das LIVE-Hörspiel erzählt kaum bekannte Geschichten aus Tagebüchern, Briefen und Notizen und deckt etliche Skurrilitäten, geheime Phobien, Liebesweh- und Liebesglück, Versuchungen, bizarre Begebenheiten und reichlich mehr zutiefst Menschliches auf. Dabei kreist es auch um kulinarische Vorlieben berühmter Persönlichkeiten, um Verleger wie Ernst Rowohlt, der mit Wonne Glas aß, Alexandre Dumas, der über die exakte Garzeit von Elefantenfüßen berichtet, oder um Dali und das Püree aus der Kniekehle seiner Geliebten.
Das launige literarisch-musikalische Live-Hörspiel ist eine liebevolle Hommage an das genuin Menschliche, das uns Menschen eint und zeigt, dass selbst berühmte Dichter und Denker nicht vor Schlafproblemen, zunehmender Leibesfülle, Sorgen um den beruflichen Erfolg oder vor unliebsamen Kollegen gefeit sind.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg und GLORIA-Filmkunsttheater

14. Oktober 2026

Foto © Sebastian Madej

ROBERT STADLOBER
singt und liest Tucholsky

Wenn wir einmal nicht grausam sind,
dann glauben wir gleich, wir seien gut

14. Oktober 2026 | 20:00 Uhr
Karlstorbahnhof (Saal) | Marlene-Dietrich-Platz 3
VVK reg. 26,00 € | Abendkasse: 30,00 €
VVK erm. 19,00 € | Abendkasse: 23,00 €
Tickets im VVK erhalten Sie hier
ERÖFFNUNG DER HEIDELBERGER THEATERTAGE

Robert Stadlober singt, spricht und ruft ins Gedächtnis, dass sich nicht viel verändert hat, seit Kurt Tucholsky sagte: „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann denken wir gleich, wir seien gut“. Der deutsch-österreichische Schauspieler und Musiker verwandelt Tucholskys Gedichte zu einzigartigen Songperlen zwischen Indie-Pop und Folk, – „mit einem schiefen und einem schüchternen Glitzern utopischer Hoffnung im linken Auge“ (Robert Stadlober) – und nimmt den Hörer auf eine Reise mit: Es geht um die Unmöglichkeiten des menschlichen Umgangs, in Liebesdingen wie in Dingen des Hasses, es geht um die Sinnlosigkeit von Gewalt und die Hoffnungslosigkeit von Politik, die sich über Gewalt zu vermitteln sucht. Und nicht zuletzt geht es um die Sehnsucht nach einer Art richtigem Leben und den immerwährenden Kampf der Vielen um ein kleines Stück vom Ganzen. Fehlt uns womöglich nur die richtige Perspektive, aus den wirren und verwirrenden Kreisen des Ich- und Weltgeschehens endlich herauszutreten und alles in neue Bahnen zu lenken? Robert Stadlobers Blick auf das Leben und die Welt weisen eine erste und zugleich erfrischend begeisternde Richtung.


Unter dem Titel „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut“ hat Robert Stadlober seine kluge, tiefsinnige Auswahl von Tucholsky-Gedichten im Verbrecher-Verlag herausgegeben, bei „Staatsakt“ ist seine gleichnamige LP erschienen.


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg und HEIDELBERGER THEATERTAGE

18. Oktober 2026

HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE
Nach dem internationalen Bestsellerroman von Jenny Erpenbeck
Sondervorführung
mit Regisseur und Drehbuchautor
VOLKER SCHLÖNDORFF

18. Oktober 2026 | 11:00 Uhr
Gloria-Kino | Hauptstraße 146
Der Ticketverkauf startet in Kürze

HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE ist ein Mikrokosmos deutscher Geschichte, in dem sich Vertreibung und Verlust, Heimat und Herkunft, Verdrängung und Erinnerung zu persönlichen, wie historischen Dramen verdichten. Neben eindrucksvollen Bildern von Natur und menschlichen Schicksalen zeichnet der Film die präzise Chronik 100 Jahre deutscher Geschichte nach. Zusammen mit Regina Ziegler, einer der erfolgreichsten Produzentinnen Deutschlands, widmet sich der mehrfach preisgekörnte Regisseur Volker Schlöndorff, der für seine Verfilmung von Günter Grass‘ Roman „Die Blechtrommel“ mit einem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, nun erneut einem Jahrhundertroman. Mit HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE entsteht die erste Verfilmung eines Buches der vielfach prämierten Schriftstellerin Jenny Erpenbeck.

Regisseur Volker Schlöndorff bei den Dreharbeiten von HEIMSUCHUNG – EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE © Studiocanal/Ziegler Film/Anne Wilk


Sehen Sie hier den Trailer.

Ein Film von Volker Schlöndorff
Mit Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff, Ulrich Matthes, Detlev Buck, Michael Maertens, Maria Matschke Engel, Angela Winkler, Josefin Platt, Ludwig Trepte, Matthias Hungerbühler, Stella Denis-Winkler, Wigand Witting


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg und GLORIA-Filmkunsttheater

1. November 2026

Matthias Brandt & Jens Thomas
KRANKENAKTE ROBERT SCHUMANN
Eine Wort-Musik-Collage

Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturherbst-Sonderreihe
„220 JAHRE HEIDELBERGER ROMANTIK“

1. November 2026 | 20:00 Uhr
Karlstorbahnhof (Saal) | Marlene-Dietrich-Platz 3
Der Ticketverkauf beginnt in Kürze

In ihrem neuen Projekt widmen sich Matthias Brandt und Jens Thomas dem Schaffen und der komplexen Persönlichkeit Robert Schumanns. Wie bei kaum einem anderen Komponisten verbindet sich bei ihm Künstlerisches mit Biographischem. Seine psychische Instabilität, die immer wiederkehrenden depressiven Schübe und Zustände „völliger nervöser Erschöpfung“, die fixe Idee, wahnsinnig zu werden – all dies spiegelt sich zweifellos bei Schumann wider. Matthias Brandt und Jens Thomas, die in den letzten Jahren u.a. mit den Programmen „Psycho – Fantasie über das kalte Entsetzen“ und „Life – Raumpatrouille & Memory Boy“ bemerkenswerte Erfolge feierten, inszenieren dieses Phänomen in einer individuell ausgestalteten Collage aus Wort und improvisierter Musik. Nichts scheint an diesen Abenden festgelegt oder routiniert einstudiert zu sein. Während Brandt die Nerven der Zuschauer vibrieren lässt, improvisiert Thomas passend am Klavier – ein faszinierendes Spiel aus Text und Klang, das mit den seelischen Abgründen der Charaktere jongliert.

Foto © Steven Haberland


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg, Karlstorbahnhof Heidelberg und dem Kulturamt der Stadt Heidelberg


5. November 2026

Foto © Paulina Hildesheim/laif

Gabriele von Arnim
Abschied leben
Lesung & Gespräch

5. November 2026 | 20:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
VVK 24,90 € | erm. 19,90 €
Aufpreis an der Abendkasse
Tickets im VVK erhalten Sie hier

Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heißt nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.


Dr. Gabriele von Arnim, geboren 1946 in Hamburg, hat zehn Jahre als freie Journalistin in New York gelebt. Danach schrieb sie u. a. für die ZEIT und die Süddeutsche, BR und WDR; als Moderatorin arbeitete sie u. a. für ARTE und SWR. Ihre Bücher Das Leben ist ein vorübergehender Zustand und Der Trost der Schönheit waren SPIEGEL-Bestseller.

Eine Kooperation von

3. Dezember 2026

Foto © G. Faller-Walzer

Stefanie Schüler-Springorum
„Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“
Lesung und Gespräch

3. Dezember 2026 | 18:00 Uhr | Eintritt frei
Dokumentation- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Es gab nach 1945 nicht weniger Antisemitismus und Rassismus, nicht weniger Hass auf Homosexuelle als während des NS, sondern wahrscheinlich sogar mehr. So war die Rede von »marodierenden« befreiten Osteuropäern, wenn es um ehemalige Zwangsarbeiter ging, oder von »feilschenden« jüdischen DPs auf dem Münchner Schwarzmarkt. Sinti und Roma waren während des Nationalsozialismus lückenlos registriert worden. Die rund 30.000 Namen umfassende Kartei wurde in der Bundesrepublik weiter für polizeiliche Maßnahmen verwendet. Auch Homosexuelle wurden weiterhin strafrechtlich verfolgt, bis 1969 auf Grundlage des Paragrafen 175 in der Fassung von 1935.
Die renommierte Historikern Stefanie Schüler-Springorum stellt in ihrem Buch „Unerwünscht“ erstmals die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Menschen dar, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Damit erzählt sie eine bislang weitgehend ausgeblendete Geschichte.Das gängige Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehemals Verfolgten zeigen, dass der Hass und die Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute.


Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und seit 2011 Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin, Seit 2012 ist sie zudem Ko-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums für jüdische Studien sowie seit 2020 Sprecherin des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Zuvor arbeitete sie bei der Stiftung Topographie des Terrors und leitete von 2001 bis 2011 das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg.

Eine Kooperation von


3. Dezember 2026

Foto © Astrid Eckert

Max Moor
„Schwestern. Trotz allem“

3. Dezember 2026 | 20:00 Uhr
DAI Heidelberg | Sofienstraße 12
VVK 24,90 € | erm. 19,90 €
Aufpreis an der Abendkasse
Tickets im VVK erhalten Sie hier

Drei Schwestern. Drei Leben. Vier Jahrzehnte. Ein mitreißender Schicksalsroman über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab. Tief berührend und mit großer Sprachgewalt erzählt Bestsellerautor Max Moor von drei Schwestern, die einander verlieren und doch ein Leben lang nie ganz loslassen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Allein bleibt sie bei den Großeltern zurück. Nur drei Knöpfe, abgerissen von einer alten Kletterweste, gedacht als Glücksbringer für jede von ihnen, erinnern Gerti ihr Leben lang an die geliebten Schwestern.Als junge Frau lernt sie den verheirateten Albert kennen und verliebt sich in ihn. Er liebt auch sie, verlässt sie jedoch wieder, kehrt zurück und verschwindet immer wieder in ferne Länder. Gerti bleibt ihm treu. Zwei Kinder entstehen aus dieser schwierigen Liebe, die sie allein großziehen muss. Dem Argwohn der Nachbarn ausgesetzt und der Gefahr, durch die Jugendwohlfahrt die Kinder jederzeit zu verlieren. Mit Stolz und ihrer Sturheit meistert Gerti das Leben, getragen von ihrem größten Wunsch: einer eigenen Familie.Rudi, schön und glamourös, möchte nur eines: ihre Kindheit im Heim vergessen. Sie jagt von Mann zu Mann, von Ehe zu Ehe. Stets begleitet von dem Gefühl, niemandem zu genügen, kämpft sie gegen sich selbst.Hansi, bald von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, ist die rastlose Jüngste, die sich weder durch Kind noch Mann gebunden fühlen möchte.


Max Moor ist Schauspieler, Moderator und Autor. Weithin bekannt wurde er durch seine Moderation des preisgekrönten Medienmagazins Canale Grande auf VOX und des ARD-Kulturmagazins titel, thesen, temperamente. Er lebt bei Berlin.

Eine Kooperation von

5. Dezember 2026

Foto © Andreas Labes

Carolin Emcke
„Was zählt ein Mensch?“

Carolin Emcke im Gespräch mit
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum

5. Dezember 2026 | 20:00 Uhr
Karlstorbahnhof (Saal) | Marlene-Dietrich-Platz 3
VVK reg. 21,80 € | Abendkasse reg. 25,00 €
VVK erm.18,62 € | Abendkasse erm. 22,00 €
Tickets im VVK erhalten Sie hier

„Was zählt ein Mensch?“ Was bedeutet radikaler Humanismus? Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen? Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letztlich um die existenzielle Frage: Was zählt ein Mensch? Darüber spricht Carolin Emcke mit der renommierten Historikerin, Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und Autorin Stefanie Schüler-Springorum.

„Emckes Texte halten die Frage lebendig, ob es gleichgültig ist, wenn Menschen übertönt werden und verstummen, während andere beredt ihre Macht ausüben.“
Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT


Carolin Emcke, geb. 1967, studierte Philosophie in London, Frankfurt/Main und Harvard. Sie promovierte über den Begriff »kollektiver Identitäten«. Von 1998 bis 2013 bereiste Carolin Emcke weltweit Krisenregionen und berichtete darüber. 2003/2004 war sie als Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University. Sie ist freie Publizistin und engagiert sich immer wieder mit künstlerischen Projekten und Interventionen. Seit über zehn Jahren organisiert und moderiert Carolin Emcke die monatliche Diskussionsreihe »Streitraum« an der Schaubühne Berlin. Für ihr Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet und erhielt 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Stefanie Schüler-Springorum ist Autorin, Historikerin und seit 2011 Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin sowie Ko-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Zuvor arbeitete sie bei der Stiftung Topographie des Terrors und leitete von 2001 bis 2011 das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Zuletzt erschienen ist ihr Buch „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“, in dem sie erstmals die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht jener Menschen darstellt, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Foto © G. Faller-Walzer


Eine Kooperation von Literaturherbst Heidelberg und Karlstorbahnhof Heidelberg



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